Apotheke & Verfügbarkeit
Bakteriostatisches Wasser in der Apotheke: Was Sie dort bekommen und was nicht
Die kurze Antwort vorweg: In deutschen Apotheken bekommen Sie bakteriostatisches Wasser — im Netz meist BAC Wasser genannt — in aller Regel nicht. Geführt wird Wasser für Injektionszwecke — steril, aber ohne Konservierungsmittel und damit als Behältnis zur einmaligen Entnahme ausgelegt. Das ist ein anderes Produkt, und für die Frage, um die es meistens geht — mehrfach aus derselben Durchstechflasche entnehmen —, ist es kein Ersatz. Diese Seite ordnet ein, was die Apotheke führt, wie es sich unterscheidet und woran das liegt. Nur zu Forschungs- und Informationszwecken.
Führen deutsche Apotheken bakteriostatisches Wasser?
Nein, jedenfalls nicht als reguläres Sortimentsprodukt. Was eine Apotheke abgeben kann, sind Artikel, die in Deutschland verkehrsfähig sind und über den Großhandel unter einer Pharmazentralnummer (PZN) bestellt werden können. Ein Fertigarzneimittel „Bakteriostatisches Wasser für Injektionszwecke“ nach dem Vorbild der US-amerikanischen USP-Monographie ist uns im deutschen Apothekensortiment nicht bekannt. Was unter dieser Bezeichnung im Netz angeboten wird, stammt in aller Regel aus dem Forschungs- und Laborhandel und nicht aus der Apotheke.
Das hat einen systematischen Grund und ist kein Lieferengpass. Das Europäische Arzneibuch beschreibt sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke als frei von zugesetzten Stoffen — ein Konservierungsmittel ist in dieser Monographie gar nicht vorgesehen. Die Präparate, die Ihre Apotheke führt, sind deshalb konservierungsmittelfrei und als Einzeldosisbehältnisse gekennzeichnet. Das US-amerikanische Arzneibuch kennt daneben eine eigene Monographie für konserviertes, also bakteriostatisches Wasser; eine gleichwertige Kategorie im europäischen Apothekensortiment ist uns nicht bekannt.
Praktisch heißt das: Auch Versandapotheken bilden dasselbe Sortiment ab, und die Nachfrage an der Kasse führt üblicherweise zu Wasser für Injektionszwecke — dem Produkt, das es hier tatsächlich gibt. Für Österreich und die Schweiz gilt dasselbe: Auch dort führen die Apotheken Wasser für Injektionszwecke (Aqua ad iniectabilia) ohne Konservierungsmittel.
Was die Apotheke stattdessen führt
Vier Produkte werden regelmäßig mit bakteriostatischem Wasser verwechselt. Drei davon sind steril, eines nicht einmal das — und keines enthält ein Konservierungsmittel, das mehrere Entnahmen aus demselben Behältnis absichern würde.
- Wasser für Injektionszwecke (Aqua ad iniectabilia)
Das Produkt, das Sie in der Apotheke tatsächlich bekommen — etwa Ampuwa von Fresenius Kabi oder Aqua ad iniectabilia von B. Braun, üblich sind Ampullen zu 5, 10 und 20 ml sowie Flaschen ab 100 ml. Die Zusammensetzung besteht aus Wasser für Injektionszwecke und sonst nichts: kein Benzylalkohol, kein Konservierungsmittel. Entsprechend sind diese Präparate zur einmaligen Anwendung bestimmt; die Fachinformationen sehen ausdrücklich vor, Restmengen zu verwerfen.
- Isotonische Kochsalzlösung 0,9 %
Ebenfalls in kleinen Ampullen, ebenfalls unkonserviert. Die Angabe „0,9 %“ auf dem Etikett bezeichnet hier Natriumchlorid und nicht Benzylalkohol — dieselbe Prozentzahl, ein völlig anderer Stoff. Auch diese Ampullen sind Einzeldosisbehältnisse.
- Spüllösungen in Flaschen und Beuteln
Wasser oder Kochsalzlösung „zur Spülung“, in Gebinden von 100 ml bis über einen Liter. Die größere Menge legt ein Mehrdosenbehältnis nahe, doch das Gegenteil trifft zu: Diese Lösungen sind unkonserviert, nach der Kennzeichnung für die einmalige Anwendung bestimmt und je nach Präparat ausdrücklich nicht zur Injektion.
- Gereinigtes oder destilliertes Wasser (Aqua dest.)
Der häufigste Fehlgriff, weil es günstig und überall zu haben ist. Gereinigtes Wasser ist weder steril noch pyrogenfrei und gehört nicht in die Produktklasse der Zubereitungen für parenterale Anwendungen. Mit den drei Produkten darüber hat es außer dem Wort „Wasser“ nichts gemeinsam.
Warum der Unterschied genau bei der Mehrfachentnahme zählt
Sterilität beschreibt einen Zustand zum Zeitpunkt der Abfüllung. Sie sagt nichts darüber aus, was geschieht, nachdem eine Kanüle den Gummistopfen zum ersten Mal durchstochen hat. Genau an dieser Stelle trennen sich die beiden Produkte: Bakteriostatisches Wasser enthält Benzylalkohol — in der USP-Monographie mit 0,9 % beziehungsweise 9 mg/ml angegeben — und unterdrückt damit die Vermehrung von Keimen, die dabei in das Behältnis gelangen können. Ein unkonserviertes Präparat hat diesen Schutz nicht, so steril es beim Öffnen auch war.
Deshalb sind Einzeldosis- und Mehrdosenbehältnis keine Verpackungsgrößen, sondern zwei verschiedene Konzepte. Ohne Konservierungsmittel deckt ein Behältnis genau eine Entnahme ab, und die Restmenge ist nach der Kennzeichnung zu verwerfen — auch wenn die Ampulle noch fast voll ist. Ein wässriges Mehrdosenbehältnis setzt umgekehrt ein antimikrobielles Konservierungsmittel voraus. Beide Produkte existieren nebeneinander, weil sie zwei verschiedene Aufgaben erfüllen.
Für die Fragestellung, mit der die meisten auf dieser Seite landen, folgt daraus der entscheidende Punkt: Ein unkonserviertes Fläschchen aus der Apotheke wird nicht dadurch zum Mehrdosenbehältnis, dass man es mehrfach ansticht. Die Kennzeichnung beschreibt keine Vorsichtsempfehlung, sondern das, was das Produkt leisten kann. Konservierung lässt sich auch nicht nachträglich hinzufügen — warum das außerhalb einer pharmazeutischen Produktion nicht funktioniert, ist auf unserer Erklärseite ausführlich dargestellt.
Zusammensetzung, Kennzeichnung und Haltbarkeit im DetailWo Medibact hier einzuordnen ist
Medibact liefert bakteriostatisches Wasser für Injektionszwecke in USP-Qualität: eine 30-ml-Mehrdosenflasche mit 0,9 % Benzylalkohol (9 mg/ml) als Konservierungsmittel, hergestellt in einer FDA-registrierten Produktionsstätte in den USA. Das ist genau die Produktkategorie, die im deutschen Apothekensortiment fehlt — und zugleich ein Produkt ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke, nicht für die Anwendung am Menschen. Der Klarheit halber: Es ist kein Apothekenprodukt und ersetzt auch keines.
Zur Verfügbarkeit: Medibact versendet bakteriostatisches Wasser derzeit ausschließlich innerhalb der USA — ohne Länderbeschränkung erhältlich ist dagegen die digitale Peptid-Leitfaden-Bibliothek.
Häufige Fragen
Bekomme ich bakteriostatisches Wasser in der Apotheke?
In aller Regel nicht. Deutsche Apotheken führen Wasser für Injektionszwecke: steril, konservierungsmittelfrei und zur einmaligen Entnahme bestimmt. Ein Fertigarzneimittel, das dem bakteriostatischen Wasser der USP-Monographie mit 0,9 % Benzylalkohol entspricht, ist uns im deutschen Apothekensortiment nicht bekannt. Das gilt auch für Versandapotheken, die dasselbe Sortiment abbilden.
Haben Apotheken BAC Wasser?
In aller Regel nicht. BAC Wasser ist die verbreitete Kurzform für bakteriostatisches Wasser, und dieses Produkt ist im deutschen Apothekensortiment nicht als Fertigarzneimittel geführt — es gibt dafür keine Pharmazentralnummer, über die eine Apotheke es beim Großhandel bestellen könnte. Was Sie stattdessen bekommen, ist Wasser für Injektionszwecke: steril, aber ohne Konservierungsmittel und für die einmalige Entnahme bestimmt. Das gilt für Vor-Ort- wie für Versandapotheken gleichermaßen.
Ist Ampuwa bakteriostatisches Wasser?
Nein. Ampuwa von Fresenius Kabi ist Wasser für Injektionszwecke — die Zusammensetzung besteht ausschließlich aus Wasser für Injektionszwecke, ein Konservierungsmittel ist nicht enthalten. Steril und bakteriostatisch sind zwei verschiedene Eigenschaften: Die eine betrifft den Zustand der Flüssigkeit bei der Abfüllung, die andere den Schutz, der nach dem ersten Anstechen greifen müsste. Ampuwa hat die erste, nicht die zweite, und die Ampullen sind entsprechend für die einmalige Anwendung ausgelegt.
Gibt es in Deutschland Wasser für Injektionszwecke mit Benzylalkohol?
Als eigenständiges Apothekenpräparat ist uns keines bekannt. Das Europäische Arzneibuch beschreibt sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke als frei von zugesetzten Stoffen, ein Konservierungsmittel ist darin nicht vorgesehen. Benzylalkohol kommt in Deutschland durchaus als Konservierungsmittel vor — jedoch als Bestandteil fertiger Arzneimittel in Mehrdosenbehältnissen und nicht als eigenes Wasserprodukt.
Ist Wasser für Injektionszwecke rezeptpflichtig?
Die gängigen Präparate sind apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig: Sie sind ohne Rezept erhältlich, allerdings nur über die Apotheke und nicht im freien Handel. Jeder abgabefähige Artikel trägt dabei eine Pharmazentralnummer (PZN), über die die Apotheke ihn beim Großhandel bestellt — Ampuwa in der Packung mit 20 × 10 ml etwa unter der PZN 06605508. Ein Artikel ohne PZN existiert für diesen Bestellweg nicht, und genau daran scheitert die Nachfrage nach bakteriostatischem Wasser.
Lässt sich steriles Wasser aus der Apotheke mehrfach entnehmen?
Nein, und darin liegt der Kern der Verwechslung. Ein unkonserviertes Behältnis ist als Einzeldosis gekennzeichnet, weil ihm der Schutz fehlt, der nach dem ersten Anstechen wirken müsste; die Kennzeichnung sieht deshalb vor, Restmengen zu verwerfen. Die Füllmenge ändert daran nichts. Wer eine mehrfach entnehmbare Flüssigkeit beschreibt, beschreibt ein anderes Produkt und nicht dasselbe Produkt in anderer Verwendung.
Nur zu Informationszwecken — keine medizinische Beratung. Diese Seite fasst Informationen aus veröffentlichter Forschung und aus der Fachdiskussion zu Bildungszwecken zusammen. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ist keine Empfehlung zur Anwendung irgendeiner Substanz. Genannte Mengen, Zeitpläne oder Kombinationen sind Beispiele dafür, was berichtet wurde, und keine Anweisungen für Sie. Viele der hier beschriebenen Peptide sind Forschungssubstanzen, die für die besprochenen Zwecke nicht arzneimittelrechtlich zugelassen sind und deren Status je nach Land unterschiedlich ist. Wirkungen, Risiken und Rechtslage variieren; individuelle Voraussetzungen und Ergebnisse ebenso. Konsultieren Sie eine qualifizierte, zugelassene medizinische Fachperson, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Verwenden Sie diese Inhalte nicht zur Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Dosierung.