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Peptid-Mischungen berechnen — Komponente für Komponente
Mischungen aus mehreren Peptiden — KLOW, GLOW, Wolverine oder eine eigene Zusammenstellung — lassen sich nicht aus der Milligramm-Zahl auf dem Etikett berechnen, denn diese Zahl ist die Summe aller Bestandteile. Gerechnet wird je Komponente, und zwar mit der Aufteilung aus den Unterlagen des eigenen Fläschchens. Diese Seite zeigt, wie das geht: reine Konzentrationsrechnung, ohne Angabe zu Menge, Applikationsweg oder Häufigkeit.
Warum die Zahl auf dem Etikett nicht reicht
Bei einem Fläschchen mit nur einem Peptid ist die Konzentration eine einzige Division: Milligramm geteilt durch Milliliter Wasser. Bei einer Mischung geht diese Rechnung nicht mehr auf, weil die Angabe auf dem Etikett die zusammengefasste Masse mehrerer Peptide ist.
Am schnellsten zeigt es sich an einem KLOW-Fläschchen mit 80 mg: Darin stecken BPC-157, TB-500, GHK-Cu und KPV mit zusammen 80 mg — nicht mit je 80 mg. 80 mg auf 2 ml ergeben also 40 mg/ml „Peptid“, und „Peptid“ ist nichts, was verabreicht wird.
Eine brauchbare Zahl entsteht erst mit der Aufteilung auf die einzelnen Komponenten, wie sie in den Unterlagen zum jeweiligen Fläschchen steht. Diese Aufteilung ist nicht genormt: Zwei Fläschchen mit je 80 mg von zwei Anbietern können deutlich unterschiedliche Mengen jedes einzelnen Peptids enthalten.
Die Rechnung, Schritt für Schritt
Zwei Schritte, einmal pro Komponente — bei vier Komponenten also viermal.
Mit frei gewählten Zahlen: Weisen die Unterlagen für eine Komponente 20 mg aus und werden 2 ml Wasser zugegeben, sind das 20 ÷ 2 = 10 mg/ml. In den zweiten Schritt geht die Menge ein, die Sie selbst eintragen — eine Rechengröße, keine Empfehlung: 1 mg ÷ 10 mg/ml × 100 = 10 Einheiten. Für jede weitere Komponente beginnt die Rechnung mit deren eigener Milligramm-Zahl von vorn.
- Milligramm der Komponente ÷ Milliliter Wasser = Konzentration dieser Komponente in mg/ml
- Menge ÷ Konzentration × 100 = Einheiten auf einer U-100-Insulinspritze
- Beides für jede Komponente einzeln — eine gemeinsame Zahl für die ganze Mischung gibt es nicht
Eine Einheiten-Angabe aus einer anderen Quelle lässt sich nicht übernehmen
Eine Volumen- oder Einheiten-Angabe aus einem Forenbeitrag oder von einer Anbieterseite galt immer nur für die Aufteilung genau jenes Fläschchens. Auf das Fläschchen eines anderen Anbieters übertragen, ist sie keine Näherung, sondern eine Zahl ohne Bezug.
Das ist der mit Abstand häufigste Fehler beim Rechnen mit Mischungen. Brauchbar ist eine fremde Angabe nur dann, wenn die Aufteilung mitgeliefert wird, aus der sie berechnet wurde.
Wenn eine Komponente über 100 Einheiten kommt
Eine übliche 1-ml-Insulinspritze mit U-100-Skala fasst 100 Einheiten. Ergibt die Rechnung für eine Komponente mehr, wurde für die angestrebte Menge dieser Komponente zu viel Wasser zugegeben.
Weniger Wasser erhöht die Konzentration und bringt die benötigten Einheiten zurück in den ablesbaren Bereich. Der Rechner weist auf diesen Fall hin.
Eine fertige Mischung lässt sich nicht komponentenweise verändern
Alle Bestandteile teilen sich eine Lösung. Ein einziges Aufziehen liefert deshalb stets dasselbe feste Verhältnis aller Komponenten; eine einzelne lässt sich nicht anheben, während die übrigen gleich bleiben.
Das ist eine Eigenschaft der fertig gemischten Durchstechflasche und keine Schwäche der Rechnung. Sollen sich die Anteile der Komponenten unabhängig voneinander verändern lassen — BPC-157 im Mikrogramm-Bereich neben TB-500 im Milligramm-Bereich ist genau dieser Fall —, führt daran nur der Weg über getrennte Fläschchen vorbei.
Lösungsmittel und Lagerung
Rekonstituiert wird mit bakteriostatischem Wasser in USP-Qualität. Der Zusatz von 0,9 % Benzylalkohol ist das, was das mehrfache Anstechen einer Mehrdosenflasche überhaupt zulässt.
Ein Fläschchen mit einer 80-mg-Mischung bleibt in der Regel länger im rekonstituierten Zustand als eines mit nur einem Peptid. Entsprechend mehr Gewicht haben die Lagerbedingungen.
Wo das Rechenwerkzeug liegt
Das interaktive Werkzeug zu dieser Rechnung läuft derzeit auf den englischsprachigen Seiten von medibact.com. Die Rechnung dahinter ist die hier beschriebene und lässt sich mit jedem Taschenrechner nachvollziehen.
Für Fläschchen mit nur einem Peptid gibt es den deutschsprachigen Rekonstitutionsrechner: Dort ist die Rechnung eine einzige Division und je Substanz bereits hinterlegt.
Wie berechnet man eine Peptid-Mischung?
Je Komponente, nicht je Fläschchen. Die Milligramm-Angabe auf dem Etikett ist die zusammengefasste Masse aller Bestandteile; geteilt durch das Wasservolumen ergibt sie nur die Gesamtkonzentration an Peptid — eine Zahl, die niemand verabreicht. Pro Komponente gilt: Milligramm der Komponente ÷ Milliliter Wasser = Konzentration dieser Komponente in mg/ml. Danach: Menge ÷ Konzentration × 100 = Einheiten auf einer U-100-Insulinspritze. Diese beiden Schritte einmal für jede Komponente.
Warum lässt sich ein KLOW-Fläschchen mit 80 mg nicht aus der 80-mg-Angabe berechnen?
Weil die 80 mg BPC-157, TB-500, GHK-Cu und KPV zusammengenommen sind und nicht 80 mg je Bestandteil. Ohne die Aufteilung auf die einzelnen Komponenten ist die Konzentration keiner einzelnen Komponente bestimmbar. Die Anbieter legen diese Aufteilung nicht einheitlich fest, sodass zwei Fläschchen mit je 80 mg von unterschiedlichen Anbietern deutlich unterschiedliche Mengen jedes Peptids enthalten können.
Kann ich eine Angabe übernehmen, die ich zu derselben Mischung gefunden habe?
Nur zusammen mit der Aufteilung, aus der sie berechnet wurde. Eine Volumen- oder Einheiten-Angabe galt immer nur für die Aufteilung des betreffenden Fläschchens; auf ein anderes übertragen ist sie keine Näherung, sondern eine Zahl ohne Bezug. Das ist der häufigste Fehler beim Rechnen mit Mischungen.
Warum ergibt eine Komponente mehr als 100 Einheiten?
Weil für die angestrebte Menge dieser Komponente zu viel Wasser zugegeben wurde. Eine übliche 1-ml-Spritze mit U-100-Skala fasst 100 Einheiten; liegt das Ergebnis darüber, erhöht ein kleineres Wasservolumen die Konzentration und bringt die benötigten Einheiten zurück in den ablesbaren Bereich. Der Rechner weist darauf hin.
Lässt sich eine einzelne Komponente einer fertigen Mischung anpassen?
Nein. Alle Bestandteile teilen sich eine Lösung, ein einziges Aufziehen liefert daher stets dasselbe feste Verhältnis. Das ist eine Eigenschaft der fertig gemischten Durchstechflasche und keine Grenze der Rechnung: Sollen Komponenten unabhängig voneinander verändert werden, führt daran nur der Weg über getrennte Fläschchen vorbei.
Empfiehlt der Rechner eine Dosis?
Nein. Er rechnet ausschließlich Konzentrationen um. Das Feld für die aufzuziehende Menge enthält genau die Zahl, die Sie selbst eintragen, und keinen Vorschlag; das Werkzeug nennt weder Menge noch Applikationsweg noch Häufigkeit. Alle Inhalte sind Informationsmaterial für Forschungs- und Laborkontexte und keine medizinische Beratung.